Marketing & Conversion
GEO statt nur SEO für Zitate in AI Overviews & ChatGPT
Google Nutzer in Deutschland bekommen seit Oktober 2025 im AI Mode eine ausformulierte Antwort auf Deutsch. Laut Sundar Pichai im Juli 2026 nutzen mehr als 1 Milliarde Menschen AI Mode jeden Monat. ChatGPT kam nach Angaben von OpenAI im Februar 2026 auf 900 Millionen wöchentlich aktive Nutzer. Damit verschiebt sich die zentrale Frage für Marketing und Geschäftsführung. Entscheidend ist zunehmend, ob die eigene Website in der Antwort als Quelle erscheint.
Generative Engine Optimization macht Inhalte zur Quelle in KI Antworten
Generative Engine Optimization ist die Arbeit an Inhalten, Technik und Reichweite einer Marke mit einem klaren Ziel. Generative Suchsysteme sollen eine Seite finden, als Quelle auswählen und ihre Aussagen korrekt wiedergeben. Kurz heißt das Feld GEO, gemeint sind AI Overviews und AI Mode bei Google sowie Assistenten wie ChatGPT und Perplexity.
Den Begriff prägte ein Forschungsteam um Pranjal Aggarwal mit einer Arbeit für die Konferenz KDD 2024. Die Autoren untersuchten, welche Änderungen am Text die Sichtbarkeit einer Quelle in generativen Antworten erhöhen. Im Oktober 2025 hat Google AI Mode auf mehr als 200 Länder und Gebiete ausgeweitet. Im Juli 2026 hat Google AI Overviews und AI Mode laut Pichai zu einem gemeinsamen Sucherlebnis zusammengeführt.
Der Leitfaden von Google Search Central vom Mai 2026 beschreibt dafür Retrieval Augmented Generation und Query Fan Out. Dabei zerlegt das System eine Frage in Teilfragen und ruft zu jeder Teilfrage passende Dokumente ab. Ein Sprachmodell formuliert daraus die Antwort und verlinkt ausgewählte Quellen. Eine Seite muss deshalb zuerst abgerufen werden, bevor sie zitiert werden kann. Dasselbe Verfahren lässt sich für KI Agenten im Unternehmen nutzen, die Antworten aus internen Dokumenten erzeugen.
Google ordnet diese Arbeit im selben Leitfaden als SEO ein und nennt sie Optimierung für das Sucherlebnis. Für das technische und inhaltliche Fundament trifft diese Einordnung zu. Die Zielgröße verschiebt sich trotzdem vom Klick auf der Ergebnisseite zur Nennung in der Antwort.
Gute Rankings garantieren keine Nennung in der Antwort

Klicks wandern in die KI Antwort
Ahrefs hat für eine Auswertung vom Februar 2026 die Klickraten von 300.000 Keywords untersucht. Erscheint ein AI Overview, liegt die durchschnittliche Klickrate der Seite auf Platz 1 um 58 Prozent niedriger. Verglichen wurden dabei Daten aus Dezember 2023 und Dezember 2025. Auf Platz 2 sank die Klickrate um 50,8 Prozent, auf Platz 10 um 19,4 Prozent.
Das Pew Research Center kam mit Browserdaten von 900 Erwachsenen in den USA zu einem ähnlichen Ergebnis. Mit KI Zusammenfassung klickten Nutzer im März 2025 in 8 Prozent der Besuche auf ein klassisches Ergebnis. Ohne eine solche Zusammenfassung lag der Anteil der Besuche mit Klick bei 15 Prozent. Auf die verlinkten Quellen innerhalb der Zusammenfassung entfiel nur 1 Prozent der Besuche.
Google selbst betont in seinen Quartalszahlen eine andere Seite der Entwicklung. Laut Pichai sendet die Suche über ihre KI Funktionen jede Woche Milliarden Klicks an Websites. AI Mode steigere zudem wie zuvor AI Overviews die Zahl der Suchanfragen insgesamt. Für einzelne Websites bleibt damit offen, ob ihr Anteil an diesen Klicks wächst oder sinkt.
Zitierte Seiten stammen seltener aus den Top 10
Im Juli 2025 stammten laut Ahrefs noch rund 76 Prozent der Quellen in AI Overviews aus den Top 10 derselben Suchanfrage. Für eine neue Auswertung vom März 2026 analysierte Ahrefs rund 4 Millionen zitierte URLs aus 863.000 Suchergebnissen. Der Großteil der Quellen verteilte sich dabei fast gleichmäßig auf die Plätze 11 bis 100 und auf Seiten außerhalb der Top 100.
Für die Planung reicht ein Ranking für das Hauptkeyword als alleiniges Ziel deshalb nicht aus. Sinnvoll ist ein Blick auf alle Teilfragen, die zu einem Thema gestellt werden.
Markenerwähnungen & gepflegte Inhalte prägen die Quellenauswahl
Erwähnungen im Web hängen eng mit KI Sichtbarkeit zusammen
Ahrefs hat im Dezember 2025 die Sichtbarkeit von 75.000 Marken in ChatGPT, AI Mode und AI Overviews ausgewertet. Markenerwähnungen im Web korrelierten dabei mit Werten zwischen 0,656 und 0,709 mit der Sichtbarkeit. Erwähnungen auf YouTube erreichten rund 0,737 und lagen damit an der Spitze. Die drei Systeme nennen laut Studie weitgehend dieselben Marken, die Übereinstimmung lag bei 0,779. Das Domain Rating als klassische Linkkennzahl kam nur auf Werte zwischen 0,266 und 0,326.
Korrelationen belegen keine Ursache, sie zeigen aber eine klare Richtung für die Planung. Fachbeiträge bei Partnern, Verbänden und Medien gehören deshalb ebenso in ein GEO Konzept wie eigene Videos. Unechte Erwähnungen helfen laut Google dagegen nicht und gehören nicht in die Planung.
Aktualisierte Seiten werden häufiger zitiert
Seer Interactive hat für eine Studie vom Juli 2026 7.683 zitierte Seiten aus ChatGPT, Gemini und Perplexity untersucht. Drei Viertel dieser Seiten waren im Jahr vor der Messung aktualisiert worden. Bei ChatGPT lag der Anteil bei 73 Prozent, bei Gemini bei 78 und bei Perplexity bei 65 Prozent. In einer Teilmenge wirkten nach dem Datum der letzten Aktualisierung 72 Prozent frisch. Nach dem ursprünglichen Veröffentlichungsdatum waren es in derselben Teilmenge nur 42 Prozent. Seiten, die in allen vier Monaten zitiert wurden, waren im Median vor rund 0,47 Jahren aktualisiert worden.
Ahrefs fand im Juli 2025 bei rund 17 Millionen Zitaten die stärkste Vorliebe für frische Inhalte bei ChatGPT. Dort waren zitierte Seiten im Schnitt 458 Tage jünger als die organischen Ergebnisse von Google. Die Quellen in AI Overviews waren dagegen sogar 16 Tage älter als die organischen Treffer. Eine feste Routine zur Pflege bestehender Beiträge gehört deshalb in jeden Redaktionsplan mit GEO Ziel.
Technik & Belege in klarer Struktur erhöhen die Chance auf ein Zitat
Crawler und Indexierung zuerst prüfen
Google nennt Crawlbarkeit, Indexierung und schnelle Ladezeiten als Voraussetzung für generative KI Funktionen. JavaScript muss dabei so umgesetzt sein, dass Google die Inhalte vollständig rendern kann. Für die Suche in ChatGPT kommt mit OAI-SearchBot ein eigener Crawler von OpenAI hinzu. Laut der Crawler Dokumentation von OpenAI erscheinen Seiten ohne Zugang für diesen Bot nicht in den Antworten der ChatGPT Suche. OpenAI empfiehlt deshalb, den Bot in der robots.txt ausdrücklich zuzulassen. Nach einer Änderung der robots.txt brauchen die Systeme laut OpenAI etwa 24 Stunden für die Umstellung.
Wer KI Crawler pauschal sperrt, schließt damit auch diesen Weg in die Antworten aus. Bei der Entwicklung und Betreuung von Websites prüfen wir robots.txt, Rendering und Serverlogs deshalb gemeinsam. Für Onlineshops nennt Google zusätzlich gepflegte Produktdaten im Merchant Center als Grundlage für Antworten. Für lokale Unternehmen kommt ein gepflegtes Unternehmensprofil bei Google hinzu. In unseren Projekten für Onlineshops gehören Produktfeeds deshalb von Beginn an zur technischen Planung.
Eigene Daten und Belege einbauen
Google nennt einzigartige und hilfreiche Inhalte mit eigener Perspektive als wichtigsten Punkt im Leitfaden. Dazu rät Google, Inhalte auf Basis des eigenen Wissens zum Thema selbst zu erstellen. Die GEO Forschung liefert dazu ein messbares Ergebnis aus kontrollierten Tests. Quellenangaben, wörtliche Zitate und Statistiken verbesserten die Sichtbarkeit relativ um 30 bis 40 Prozent. Keyword Stuffing brachte kaum Wirkung und schnitt bei Perplexity um 10 Prozent schlechter ab als der Ausgangstext. Websites mit schwächerem Ranking profitierten von diesen Änderungen besonders stark. Bei Seiten auf Platz 5 der Suchergebnisse steigerten Quellenangaben die Sichtbarkeit um 115,1 Prozent.
Eigene Zahlen, Projektdaten und überprüfbare Aussagen gehören deshalb in jeden Beitrag, der zitiert werden soll. Dabei hilft eine klare Zuordnung jeder Zahl zu Quelle und Datum. Als einfachen Prüfstein nennt Google die Frage, ob Besucher einen Inhalt als zufriedenstellend empfinden würden.
Struktur klar halten und Mythen auslassen
Ein Abschnitt sollte eine Frage beantworten und mit der Antwort beginnen. Themencluster aus einer Übersichtsseite und vertiefenden Beiträgen decken dabei die Teilfragen eines Themas ab. Einige verbreitete Empfehlungen widerlegt Google im Leitfaden dagegen ausdrücklich.
- Eine llms.txt braucht es für Google nicht, Google Search nutzt solche Dateien nicht.
- Spezielles Markup für KI gibt es nicht, strukturierte Daten bleiben für Rich Results sinnvoll.
- Inhalte müssen nicht in kleine Stücke zerlegt werden, damit KI Systeme sie verstehen.
- Texte nur für KI umzuschreiben bringt in der Google Suche keinen Vorteil.
Bestehende Inhalte nach Teilfragen prüfen
Für bestehende Websites beginnt die Arbeit mit einer Bestandsaufnahme der wichtigsten Themen. Zu jedem Thema werden die Teilfragen gesammelt, die Kunden in Vertrieb und Support stellen. Danach wird geprüft, welche Seite jede Teilfrage beantwortet und wo Belege fehlen. Lücken schließen neue Abschnitte oder eigene Beiträge im passenden Themencluster. Anschließend folgt die Pflege nach festem Rhythmus, damit Zahlen und Beispiele aktuell bleiben. Der Leitfaden von Google behandelt neben Text auch lokale Ergebnisse, Shopping, Bilder und Videos.
Search Console & Serverlogs messen den Erfolg bis zur Anfrage
Klassische Rankingberichte bilden die Sichtbarkeit in KI Antworten nur zum Teil ab. Seit Juni 2026 bietet die Search Console einen eigenen Leistungsbericht für generative KI Funktionen. Seit Ende August 2026 steht er laut Google allen Websites weltweit zur Verfügung. Die Impressionen aus KI Funktionen bleiben zusätzlich im allgemeinen Leistungsbericht enthalten. Der Bericht zeigt Impressionen in AI Overviews und AI Mode nach Seite, Land, Gerät und Zeitraum. Klicks weist er bisher nicht gesondert aus, weitere Kennzahlen hat Google angekündigt.
| Ebene | Kennzahl | Datenquelle |
|---|---|---|
| Impressionen in AI Overviews und AI Mode | Search Console Bericht für generative KI | |
| Assistenten | Besuche von chatgpt.com und perplexity.ai | Analytics mit eigener Kanalgruppe |
| Crawler | Abrufe durch OAI-SearchBot und Googlebot | Serverlogs |
| Antworten | Nennung der Marke, Zitat der Seite, Korrektheit | feste Fragenliste, monatlich geprüft |
| Geschäft | Anfragen, Käufe und Termine | CRM und Conversion Tracking |
In Analytics lassen sich Besuche von chatgpt.com und perplexity.ai als eigene Kanalgruppe zusammenfassen. Damit wird sichtbar, welche Seiten Besucher aus KI Assistenten erhalten und was diese Besucher danach tun. Serverlogs ergänzen dieses Bild um die Abrufe der Crawler, die ohne menschlichen Besuch stattfinden.
Stichproben in den Antworten bleiben eine Annäherung an die tatsächliche Sichtbarkeit. Google schreibt im Leitfaden, dass kein Drittanbieter Zugriff auf seine internen Ranking und KI Systeme hat. Werkzeuge für KI Sichtbarkeit liefern deshalb Trends aus festen Fragen und keine vollständigen Daten. Eine eigene Fragenliste entsteht in vier überschaubaren Schritten.
- Geschäftsrelevante Fragen aus Vertrieb, Support und Suchdaten sammeln.
- Jede Frage monatlich in ChatGPT, AI Mode und Perplexity stellen.
- Nennung der Marke, Zitat der eigenen Seite und Korrektheit der Aussage festhalten.
- Ergebnisse im Reporting neben Anfragen und Umsatz zeigen.
Am Ende entscheidet die Geschäftskennzahl über den Erfolg einer GEO Strategie. Käufe aus ChatGPT Ads macht unser Plugin für OpenAI Ads in Shopware messbar. Pixel und Conversions API melden jeden Kauf mit derselben Event ID, gezählt wird er nur einmal.
GEO erweitert SEO um neue Zielgrößen
GEO baut auf technisch sauberen Seiten, eigenen Belegen und klarer Struktur auf. Neu sind der Blick auf Erwähnungen außerhalb der eigenen Website, die Pflege bestehender Inhalte und ein Messaufbau über mehrere Ebenen. Google gibt im Leitfaden zudem erste Hinweise zu KI Agenten. Solche Agenten arbeiten über Schnittstellen wie das Model Context Protocol mit Systemen und Daten. Ein sinnvoller Einstieg ist ein Audit aus Crawler Zugang, Indexierung, Themenclustern und einer ersten Fragenliste für KI Antworten. Wie wir Sichtbarkeit in Google und KI Antworten aufbauen und messen, zeigt unsere Leistung Marketing & Conversion.
Quellen
- Google: AI Mode expands to more languages and locations, 2025-10-07
- heise online: Google's AI Mode is coming to Germany, 2025-10-08
- Google: Q2 2026 earnings call, Remarks from our CEO, 2026-07-22
- TechCrunch: ChatGPT reaches 900M weekly active users, 2026-02-27
- Aggarwal et al.: GEO, Generative Engine Optimization (KDD 2024), 2024-06-28
- Google Search Central: Optimizing your website for generative AI features on Google Search, 2026-05-15
- Ahrefs: Update, AI Overviews reduce clicks by 58%, 2026-02-04
- Pew Research Center: Google users are less likely to click on links when an AI summary appears in the results, 2025-07-22
- Ahrefs: Update, 38% of AI Overview citations pull from the top 10, 2026-03-02
- Ahrefs: Top brand visibility factors in ChatGPT, AI Mode and AI Overviews (75k brands studied), 2025-12-12
- Seer Interactive: Content recency's impact on AI visibility in 2026, 2026-07-24
- Ahrefs: Do AI assistants prefer to cite fresh content?, 2025-07-28
- OpenAI: Overview of OpenAI crawlers (abgerufen), 2026-10-22
- Google Search Central: Introducing Search Generative AI performance reports in Search Console, 2026-06-03
Leistungen
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